Regisseur Volker Lösch über die Ideologie der Arbeit

“Es zählt nicht, was du arbeitest, sondern einfach nur, dass du arbeitest.”

Volker Lösch ist ein deutscher Theaterregisseur. In einem Interview des Deutschlandfunks sagte er:

Alle, allen voran unser Bundeskanzler, machen Menschen Druck und sagen ihnen, dass sie dringend arbeiten müssen, Lohnarbeit machen müssen, aber es ist gar keine Lohnarbeit mehr da in dem Maß, wie Menschen sie haben könnten. […] Es gibt eine ideologische Botschaft von der Lohngesellschaft: Es zählt einfach nicht, was du arbeitest, sondern einfach nur, dass du arbeitest. Hauptsache einen Arbeitsplatz, egal wie viel Lohn. Und der Druck, der auf Menschen ausgeübt wird mit dieser Art von Ideologisierung von Arbeit, ist natürlich immens, weil alle, die keine Arbeit haben, denken natürlich — neoliberal verinnerlicht, in den letzten 40 Jahren gelernt –: Ich hab ‘nen Fehler gemacht, ich bin dran schuld, ich bin zu dumm, ich bin zu langsam, ich bin nicht gut genug. Und das ist ein Riesenproblem, weil, wenn man Arbeit hat, ist man gut, und wenn man keine Arbeit hat, ist man böse oder ‘n Faulenzer oder ‘n Schmarotzer — und das funktioniert nicht.

Gegen Ende des Interviews verwies Lösch auf den Essay “Das Recht auf Faulheit” von Paul Lafargue.

Das vollständige Interview lässt sich hier nachhören (Sendung “Kultur heute”, 07.01.2026).



PS
Auf meinem Bergheimer Blog im Dezember erschienen: “Risiken von Smartphones: Keine Wortmeldung zu meiner Anregung im Kreisausschuss”.

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