Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 erzielte die AfD knapp 44 %. Bundeskanzler Friedrich Merz (gleichzeitig Vorsitzender der CDU) sagte nach einer Sitzung des CDU-Parteivorstands am darauffolgenden Tag (wie man auf tagesschau.de hören kann):
Unser Land braucht grundlegende Reformen. […] Dass wir sie auch nicht nur rational begründen, sondern emotional vermitteln müssen, ist jetzt eine gemeinsame Aufgabe, der ich mich auch stelle. […] Deswegen ist meine Entschlossenheit, den Reformkurs fortzusetzen, ungebrochen. Aber ich weiß, dass wir mehr tun müssen, als nur mathematisch, volkswirtschaftlich — wie immer Sie es nennen wollen — diese Reformen zu begründen. Wir müssen sie besser erklären. […] Aber dieser Satz reicht nicht mehr; ich will es wiederholen: Wir müssen versuchen — ich selbst auch –, die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu erreichen. […]
Ich will deswegen alle Anstrengungen darauf richten, in der Koalition, zusammen mit der SPD, eine neue, bessere — ja, wie soll ich sagen — Erzählung, einen besseren Überbau zu ermöglichen, warum wir diese Reformen für notwendig und für richtig halten.
Der Volkswirt Heiner Flassbeck schrieb am 7. September 2026 auf seinem Blog (“Sachsen-Anhalt: Die Demokratie wehrt sich gegen die guten Demokraten”):
Merz war und ist es, der den Deutschen schlechte Arbeitsmoral, zu hohe Löhne und zu hohe Renten andichtet, um „Reformen“ durchzusetzen, die mit der schlechten wirtschaftlichen Lage in Deutschland nichts, aber auch gar nichts zu tun haben. […] Mit dieser CDU kann niemand erfolgreiche Wirtschaftspolitik betreiben, von der CSU ganz zu schweigen. […] Dass gestern Abend die neue Generalsekretärin der CDU davon redete, man müsse den (offensichtlich dummen) Wähler jetzt mit positiven Erzählungen auf den rechten Weg zurückführen, zeigt die vollkommene Ahnungslosigkeit dieser Partei. […]
Es gibt keine Lösung ohne eine grundlegende, ja geradezu revolutionäre Veränderung in den Köpfen der Parteien. Da die nicht vom Himmel fällt, wird die AfD genauso lange ihren Siegeszug fortsetzen, bis sie selbst (auf Bundesebene) den Offenbarungseid leisten muss. Ob die demokratischen Institutionen danach noch funktionsfähig sind, steht in den Sternen.
Wer von Heiner Flassbeck nicht nur etwas lesen, sondern auch hören und sehen will, der möge zum Beispiel die Videos “Flassbeck spricht: Deutschlands gefährlicher Sparkurs” oder “Flassbeck spricht: Das Märchen von der privaten Altersvorsorge” auf dem Youtube-Kanal des Westend-Verlags angucken und -hören.
Wer erreicht meine Leser rational und emotional besser: Friedrich Merz oder Heiner Flassbeck?