Schule intakt

"Wo Schule schön ist, ist sie ein Geschenk an das Leben." (Remo Largo)

Menu
  • Startseite
  • Worum es geht
  • Wer dahintersteckt
  • Kontakt
  • alexanderroentgen.de
Menu

Philologenlogik unter Gymnasialniveau

Posted on 7. November 20158. Juni 2023 by Alexander Roentgen

Der Philologen-Verband Nordrhein-Westfalen (Phv NW) gibt ein Durchhalteblättchen namens “Bildung aktuell. Wir machen Schule” heraus. Hin und wieder halte ich eine Ausgabe in Händen, und obwohl ich weiß, dass sich die Lektüre in der Regel nicht lohnt, blättere ich zumindest einmal durch. Gestern, nach Feierabend, wollte ich mir die jüngste Ausgabe von “Bildung aktuell” (6/2015 Ausgabe November) zu Gemüte führen, und zwar ohne bösartig und widerspenstig eingestellt zu sein. Man soll ja trotz schlechter Erfahrungen offen für positive Überraschungen sein. Über das merkwürdige Titel-“Bild” (die schräg gestellte Kopie eines Wörterbuchauszugs, in der Mitte das Stichwort “Qualität” — wie kreativ und informativ ist das denn? Glaubt die Redaktion, die Leser hätten keinen Duden zuhause?) habe ich fahrlässigerweise unkritisch hinweggesehen; es hätte mich vor dem Aufschlagen der Postille warnen müssen.

Nichts Böses ahnend habe ich angefangen, auf der zweiten Seite das “Editorial” der verantworlichen Redakteurin, Cornelia Kapteina-Frank, zu lesen — über die ersten zwei Sätze bin ich nicht hinausgekommen:

2014 meldeten knapp 41,4 Prozent der Eltern (Quelle: it nrw) nach der Grundschulzeit ihre Kinder auf einem Gymnasium an. Damit ist das Gymnasium nach wie vor die erfolgreichste Schulform in Nordrhein-Westfalen!

Wo ist da die Logik? Was ist eine “erfolgreiche” Schulform? Wann ist die eine Schulform “erfolgreicher” als eine andere? Hängt der Erfolg einer Schulform davon ab, wie viele Schüler von der Grundschule auf diese Schule übergehen? Wenn ja, inwiefern? Je größer die Übergangsquote, desto erfolgreicher? Ist die Bild-Zeitung die erfolgreichste deutsche Zeitung, weil sie die meisten Leser hat? Ist sie deswegen auch eine gute Zeitung? Sind Förderschulen und Waldorfschulen die erfolglosesten Schulformen, weil die Übergangsquote für diese beiden Schulformen 2014 insgesamt 0,4 Prozent betrug? War das Gymnasium die erfolgloseste Schulform, als es zu Beginn des 20. Jahrhunderts von weniger als fünf Prozent aller Schüler besucht wurde?

Liebe Verbandsphilologen, ich vermute, dass selbst manche Schüler, die nicht auf das ach so erfolgreiche Gymnasium gehen, die allzu simple Gleichsetzung von Erfolg und Quantität in Frage stellen. Hier noch ein Vorschlag für Euer nächstes Titelbild (draufklicken zum Vergrößern):
Lehrplan-Vorgaben

Cornelia Kapteina-Frank ist übrigens Studiendirektorin und Mitglied im Hauptpersonalrat beim Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW. Mich wundert nichts mehr.

———
Quellen/Verweise:

  • online-Ausgabe von Bildung aktuell: http://www.phv-nw.de/bildungaktuell/mag/issue/37
  • Übergangsquoten: https://www.it.nrw.de/statistik/d/daten/eckdaten/r513schul2.html
  • Mitglieder Hauptpersonalrat: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/bp/Ministerium/HPR/HPR-Gymnasien-und-Weiterbildungskollegs/index.html
Print Friendly, PDF & Email
Category: Uncategorized

Paul Lockhart:

"Es gibt sicherlich keinen verlässlicheren Weg, Begeisterung und Interesse an einem Fach zu töten, als es zum Pflichtteil eines schulischen Curriculums zu machen. Es als Hauptbestandteil in standardisierte Prüfungen einzufügen, garantiert, dass das Schulsystem das Leben aus diesem Fach heraussaugt."

(aus "A Mathematician's Lament" von Paul Lockhart)

RSS Bergheimer Blog

  • Kinder- und Jugendausschuss lehnt Anregung zur Aufklärung über Smartphone-Risiken mit großer Mehrheit ab
  • KODI-Filiale in Bergheim schließt

RSS Schule Mathematik Bildung

  • Proofs of the quadratic reciprocity law

RSS Condorcet

  • Die Reformen gehören endlich auf den Prüfstand

RSS Gesellschaft für Bildung und Wissen

  • Einsam oder gemeinsam? – Woraus Selbstständigkeit wächst

Schlagwörter

Administrationsrummel Anwendungsorientierung Arbeitswelt Arno Gruen Beamte Bergheim Bildungsmonitoring CDU Demokratie Didaktik Eugen Drewermann Fixvektorpanne G8 Gewalt Grüne NRW GTR Innovationstamtam Jesper Juul Kinder Kompetenzorientierung Leistung Lust Macht Mathematikunterricht McDonaldisierung Medienkritik Michael Felten MINT Mobbing Neue Medien OECD Panne Zentralabitur 2014 PHV NRW PISA Pädagogik Runder Tisch Schule = Knast Schulleiter Schulministerium Stress SV SV-Ombudsstelle Sylvia Löhrmann Yvonne Gebauer Zentralabitur

Peter Fürstenau:

"Wo Kinder sich einer völlig vorgegebenen — noch dazu widersprüchlichen — Ordnung im wesentlichen nur einzufügen haben, entstehen als einzig möglicher Ausdruck ihres Freiheits- und Selbständigkeitsstrebens und ihrer Initiative „Disziplinschwierigkeiten“. Das ist aber bei Erwachsenen unter solchen Bedingungen nicht anders."

(aus: "Zur Psychoanalyse der Schule als Institution" von Peter Fürstenau)

Blog via E-Mail abonnieren

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Archiv

Meta

  • Anmelden
  • Eintrags-Feed
  • Kommentar-Feed
  • WordPress.org
Datenschutzerklärung - Impressum - Cookie-Richtlinie (EU)
© 2026 Schule intakt | Powered by Minimalist Blog WordPress Theme
Cookie-Zustimmung verwalten
Wir verwenden Cookies, um unsere Website und unseren Service zu optimieren.
Funktional Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt. Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
  • Optionen verwalten
  • Dienste verwalten
  • Verwalten von {vendor_count}-Lieferanten
  • Lese mehr über diese Zwecke
Einstellungen anzeigen
  • {title}
  • {title}
  • {title}